Ärztemangel in Frankfurt (Oder): Hornauf kritisiert Land und KVBB
Der Ärztemangel in Frankfurt (Oder) sorgt für Aufregung. BSW-Chef Hornauf kritisiert entschieden die Versäumnisse von Land und KVBB, während die Patienten leiden.
In den letzten Jahren hat sich der Ärztemangel in Deutschland zu einem drängenden Problem entwickelt. Frankfurt (Oder) bildet dabei keine Ausnahme. Unglaubliche Wartelisten und überlastete Praxen sind zum Alltag geworden, und die Verzweiflung der Patienten wächst. Auch wenn die Verantwortlichen in den Gesundheitsministerien und Kassenärztlichen Vereinigungen redlich bemüht sind, das Problem in den Griff zu bekommen, bleibt das Ergebnis bislang unbefriedigend.
Vor diesem Hintergrund hat Klaus Hornauf, der Geschäftsführer des Berufverbands für Sozialberufe (BSW), den Finger in die Wunde gelegt. In einer jüngsten Stellungnahme äußerte er scharfe Kritik an den politischen Entscheidungsträgern und den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVBB). Laut Hornauf mangelt es nicht nur an der Anzahl der Hausärzte in der Stadt, sondern auch an einer grundlegenden Strategie, um die Lage zu verbessern. "Es ist nicht nur ein Versäumnis, sondern ein systematisches Versagen der Verantwortungsträger", sagte er und stellte fest, dass viele Bürger keine adäquate medizinische Versorgung mehr erhalten können.
Die Lage in Frankfurt (Oder) ist alarmierend. Die Stadt, die an der polnischen Grenze liegt, hat trotz ihrer über 60.000 Einwohner nur eine Handvoll praktizierender Hausärzte. Die lange Warteschlangen vor den Praxen sind zum Sinnbild einer verfehlten Gesundheitspolitik geworden. So müsse man sich nicht wundern, dass die Menschen den Glauben an die Gesundheitssysteme verlieren, wenn sie Wochen auf einen Termin warten müssen, um ein einziges Rezept zu bekommen.
Anklage gegen das System
Hornaufs Kritik zielt nicht allein auf die direkten Akteure vor Ort. Auch die Landesregierung sieht sich einer scharfen Anklage gegenüber. Die Gelder, die für die Förderung von Nachwuchsärzten bereitgestellt werden sollten, wurden oft nicht zielgerichtet eingesetzt. Stattdessen ist die Anzahl der Medizinstudienplätze nicht mit dem tatsächlichen Bedarf gewachsen – ein Umstand, der sich nun in der Praxis niederschlägt. Der BSW-Chef fordert ein Umdenken: "Wir brauchen eine zukunftsorientierte Planung, die die Bedürfnisse der Bürger in den Mittelpunkt rückt, anstatt diese durch bürokratische Hemmnisse zu belasten."
Die Patienten sind die Leidtragenden dieser Entwicklungen. Sie stehen zwischen den Fronten der Bürokratie und der überlasteten Ärzte. Oftmals bleibt ihnen nur der Weg in die Notaufnahme, wo sie sich möglicherweise einer unzureichenden Behandlung gegenübersehen, weil die Kapazitäten auch dort an ihre Grenzen stoßen. Das führt nicht nur zu einer Verschlechterung ihrer Gesundheit, sondern auch zu einer Überlastung der ohnehin schon strapazierten Notaufnahmen.
Hornaups eindringliche Warnung sollte nicht ignoriert werden. Die politischen Entscheidungsträger in Frankfurt (Oder) und darüber hinaus müssen endlich handeln, um die medizinische Grundversorgung zu sichern und das Vertrauen der Bevölkerung in das Gesundheitssystem zurückzugewinnen. Solange keine grundlegenden Lösungen gefunden werden, bleibt die Angst, dass der Ärztemangel zu einer ernsthaften Gesundheitskrise führen könnte, ein ständiger Begleiter der Stadt.
Wie lange noch wird die tatenlose Beobachtung der Situation anhalten?